"Leinen los!"


Ich komme aus der einzigen Stadt an Rhein und Mosel: Koblenz. Die Römer gaben meiner Heimatstadt den Namen Confluentes, zusammenfließen. Alles fließt, alles verbindet sich.

 

Uns Rheinländer*innen wird nachgesagt, wir seien kontaktfreudig, neugierig und lebensfroh. Heitere Gelassenheit. Eigenschaften, die mir schon zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn, im Journalismus, helfen. Als Rheinländerin kann ich mich schon immer gut identifizieren. Als Deutsche weniger. Wie viel deutsche Sozialisation in mir steckt, erfahre ich erst im Ausland, als ich nach dem Studium (Politik, Medienwissenschaften und Soziologie in Trier) sieben Monate in den Philippinen lebe. Ein kleiner Ausflug in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und der Beginn meiner Faszination für Interkulturalität.

 

Seit 2011 lebe ich in der Hauptstadt. Neukölln. In den Philippinen wurde ich immer wieder gefragt, wie es sei, Jahreszeiten zu haben. Auch wenn der Berliner Winter kürzer sein könnte, liebe ich die Jahreszeiten. Die ständige Veränderung. Alles ist im Fluss.

 

Während ich in Neukölln akribisch meine journalistische Zukunft plane, hat das Leben andere Pläne mit mir. Ende 2011 kommt die Trainingsbranche zu mir und lässt mich nicht mehr los: Ob ich Schauspielclips für den Einsatz im Training konzipieren will? Eine Medienproduktion mitgründe? Klar!

 

Für Bell Media schreibe ich Szenen zu Themen wie wertschätzende Kommunikation, aktives Zuhören, Feedback geben, Ich-Botschaften. Ich caste Schauspieler*innen, führe Regie, schneide Videos. Tüftle an Lizenz- und Preismodellen, baue einen Online-Shop und mehrere Websites auf. Ich bekomme Mitarbeiter. Arbeite im Team und am Team. Nach fünf Jahren übernehme ich die Geschäftsführung der GmbH und stehe parallel selbst in unserem Studio vor der Kamera. Gleichzeitig lasse ich mich als Trainerin ausbilden und zertifizieren. Nach zwei Jahren gebe ich die Geschäftsführung wieder ab, um mich voll auf Konzeption und Training zu konzentrieren – und wieder mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement zu haben. Alles fließt.

 

In Berlin leite ich vier Jahre lang die Aktionsgruppe »Gegen Menschenrechtsverletzungen an Frauen« von Amnesty International. 2018/19 begleite ich eine Berliner Wohnbaugenossenschaft als Vorstandsmitglied auf dem Weg zur soziokratischen Organisation. Heute berate ich ehrenamtlich soziale Bewegungen für Heldenrat e.V.

 

Alle mit ins Boot zu holen, sich gemeinsam auf die Reise zu begeben und dabei auch neue Strömungen zuzulassen, darum geht es in meinen Trainings, Beratungen und Prozessbegleitungen. Mal sind wir auf hoher See, spüren die Wellen, den Sog, die Gischt. Das Abenteuer. Mal ankern wir auf ruhigen Gewässern und schauen bis auf den tiefen, klaren Grund. Von dort ist alles umsetzbar. Sogar das Schwimmen im freien Ozean.

Ich begleite Sie in: